Internationale Wochenaufenthalter

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Hhe der Quellensteuer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Steuerverwaltung des Kantons Bern

 

 

Merkblatt zur Quellenbesteuerung von internationalen Wochenaufenthaltern ohne steuerrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz

 


1          Internationale Wochenaufenthalter

Als internationale Wochenaufenthalterinnen bzw. Wochen- aufenthalter gelten natrliche Personen,

   die ihren Arbeitsort in der Schweiz haben und

hier eine unselbststndige Erwerbsttigkeit ausben,

   die ihren Lebensmittelpunkt und somit ihren steuer- rechtlichen Wohnsitz weiterhin im Ausland haben (fehlende Niederlassugnsbewilligung Ausweis C

als Indiz),

   denen eine regelmssige Rckkehr an ihren Lebens- mittelpunkt im Ausland nicht zugemutet werden kann (kein Grenzgnger bzw. keine Grenzgngerin mit tglicher Rckkehr an den auslndischen Wohnsitz),

    die in der Schweiz ber eine Wohnung zwecks Aufenthalt unter der Woche verfgen,

    die an den Wochenenden regelmssig (mindestens alle 2 Wochen) an ihren auslndischen Wohnort im Ausland zurckkehren und

    die fr ihr Einkommen aus unselbststndiger Erwerbsttigkeit an der Quelle gemss Art. 116 des Steuergesetzes (StG) besteuert werden.

Fr quellenbesteuerte Personen, die ihren steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton Bern haben sowie Personen, welche als Expatriates (gemss Merkblatt 8 fr natrliche Personen) besteuert werden, ist dieses Merkblatt nicht anwendbar.

 

 

2          Voraussetzungen

Um als internationale Wochenaufenthalterinnen bzw. Wochen- aufenthalter zu gelten, haben die quellenbesteuer ten Personen fr jede Steuerperiode folgende Belege einzu- reichen:

    Auslndische Ansssigkeitsbescheinigung (Original) der zustndigen auslndischen Behrde,

    Kopie des Mietvertrags der Wohnung im Ausland; gegebenenfalls Grundbuchauszug bzw. Bescheinigung, wonach Wohneigentum selbst benutzt wird,

    Kopie des Mietvertrags der Wohnung in der Schweiz zwecks Wochenaufenthalt und

    Smtliche Lohnausweise aller Schweizer Arbeitgeber.

 

 

3          Steuerbare Leistungen

Die Steuerpflicht internationaler Wochenaufenthalterinnen und Wochenaufenthalter beschrnkt sich auf die in der Schweiz erzielten Einknfte; Bemessungsgrundlage bilden dabei smt- liche Bruttoeinknfte.


 

4          Vorbehalt der Doppelbesteuerungs- abkommen

Vorbehalten bleiben im Einzelfall abweichende Bestimmungen des Doppelbesteuerungsabkommens, das die Schweiz mit dem Wohnsitzstaat der internationalen Wochenaufenthalterin bzw. des internationalen Wochenaufenthalters unterhlt.

 

 

5          Tarifkorrektur

 

5.1       Allgemein

Quellenbesteuerte Personen, die sich als internationale Wochenaufenthalterinnen bzw. Wochenaufenthalter im Kanton Bern aufhalten, knnen nicht der nachtrglichen ordentlichen Veranlagung zugefhrt werden.

 

Sofern eine steuerpflichtige Person, die als internationale Wochenaufenthalterin oder Wochenaufenthalter anerkannt wird, (hhere) Abzge geltend machen will, welche nicht im anwendbaren Quellensteuertarif bereits bercksichtigt sind, erfolgt dies im Rahmen einer Tarifkorrektur.

 

Die im Quellensteuertarif enthaltenen Berufskostenabzge in der Hhe von CHF 7 200 werden dabei aufgerechnet.

 

Im Rahmen der Tarifkorrektur wird die Quellensteuer neu berechnet und der quellenbesteuerten Person eine allfllige Differenz zurckerstattet bzw. bei ihr nachgefordert.

 

Die unter Ziffer 5.2 aufgefhrten zustzlichen Berufs- kostenabzge werden anteilmssig angerechnet, sofern der (internationale) Wochenaufenthalt in der Schweiz nur whrend eines Teils des Jahres oder fr eine Teilzeitstelle vorliegt.

 

Der schriftliche Antrag fr eine Tarifkorrektur muss zusam- men mit den notwendigen Unterlagen (inkl. Post / Bank- verbindung) bis sptestens am 31. Mrz des Folgejahres an die Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Quellen- steuer, Postfach 8334, 3001 Bern gestellt werden.


 

 


5.2       Abzge

Anstelle der im Tarif bercksichtigten Pauschale von CHF 7 200 knnen internationale Wochenaufenthalterinnen und Wochenaufenthalter folgende Abzge im Rahmen einer Tarifkorrektur fr jede Steuerperiode geltend machen, die jhrlich zu belegen sind. Die nachfolgend aufgefhrten Betrge gelten bei ganzjhrigem Aufenthalt:

5.2.1    Fahrkosten Allgemeines

Als Fahrkosten gelten die Kosten, die fr die Fahrt vom Wohn-

ort zum Arbeitsort notwendigerweise entstehen. Kosten fr den Arbeitsweg knnen jedoch nur geltend gemacht werden, wenn die Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort be- trchtlich ist (in der Regel mehr als 1,5 km einfache Weg- strecke) und die Person deshalb auf die Bentzung eines ffentlichen oder privaten Verkehrsmittels angewiesen ist. Bei ganzjhriger Erwerbsttigkeit ist in der  Regel  von 220 Arbeitstagen auszugehen.

 

Fahrrad, Motorfahrrad und Motorrad mit gelbem Kontrollschild

Fr die Nutzung eines Fahrrads, Motorfahrrads oder Motor- rads mit gelbem Kontrollschild fr den Arbeitsweg, knnen CHF 700 geltend gemacht werden.

 

ffentliche Verkehrsmittel

Fr die Nutzung eines ffentlichen Verkehrsmittels (z. B. Bahn, Tram, Bus) fr den Arbeitsweg, knnen die effektiv ange- fallenen Kosten geltend gemacht werden. Die Auslagen fr die Bentzung des ffentlichen Verkehrsmittels mssen nachgewiesen werden knnen.

 

Privatauto / Motorrad   mit   weissem   Kontrollschild Fr die Nutzung eines Privatautos oder eines Motorrads fr den Arbeitsweg muss der Grund angegeben werden. Die Kosten fr die Bentzung eines privaten Motorfahrzeugs dr- fen nur geltend gemacht werden, wenn

    fr die Fahrt vom Wohnort zur Arbeitssttte

kein ffentliches Verkehrsmittel zur Verfgung steht;

    die Bentzung eines ffentlichen Verkehrsmittels infolge Krankheit oder Gebrechlichkeit nicht zugemutet werden kann;

    die Entfernung des Wohnortes oder der Arbeitssttte von der nchsten Haltestelle betrchtlich ist;

    infolge ungnstigen Fahrplanes oder aus anderen bedeutenden Grnden die Bentzung eines ffentlichen Verkehrsmittels nicht zugemutet werden kann.

Trifft keine dieser Voraussetzungen zu, drfen nur die Kosten abgezogen werden, die fr die Bentzung der ffentlichen Verkehrsmittel anfallen wrden.

 

Motorrad mit weissem Kontrollschild

Der Ansatz fr ein Motorrad betrgt CHF .40 pro Kilometer vom Wohn- zum Arbeitsort.


Auto

Die Teilpauschale fr ein Auto vom Wohn- zum Arbeitsort betrgt pro Kilometer

    CHF .70 (bei einer gesamten Fahrleistung bis 20 000 km pro Jahr)

    CHF .60 (bei einer gesamten Fahrleistung ber 20 000 km pro Jahr)

    CHF .50 (bei einer gesamten Fahrleistung ber 30 000 km pro Jahr)

Fr die Hin- und Rckfahrt ber Mittag drfen hchstens CHF 3 200 im Jahr als Kosten abgezogen werden. Diese Summe entspricht dem Abzug fr auswrtige Verpflegung. Die Parkplatzkosten sind bereits im Kilometeransatz ent- halten. Wer hhere Fahrkosten hat, kann anstelle des Kilo- meteransatzes die tatschlichen, nachgewiesenen Kosten geltend machen.

 

Geschftsauto

Wird das Geschftsauto fr den Arbeitsweg unentgeltlich genutzt, knnen keine Fahrkosten geltend gemacht werden. Steht das Geschftsauto auch fr Privatfahrten zur Verfgung, ist pro Monat ein Privatanteil von 0,8 % des Kaufpreises (exkl. Mehr wer tsteuer) als Einkommen zu versteuern. Der Abzug der Fahrkosten ist in diesem Fall ausgeschlossen, da der Arbeitnehmer keine Fahrkosten zu  tragen  hat. Der steuerbare Privatanteil deckt nur den Wert der privaten Fahrten (ohne Arbeitsweg) ab.

 

Zustzlich Fahrkosten

als internationaler Wochenaufenthalter

Zustzlich zu den oben beschriebenen Fahrkosten knnen die Fahrkosten fr die regelmssige Heimkehr an den steuer- rechtlichen Wohnsitz im Ausland geltend gemacht werden. Die Kosten mssen nachgewiesen werden.

 

Kosten fr das private Fahrzeug sind nur dann abziehbar, wenn die Benutzung ffentlicher Verkehrsmittel nicht zumut- bar ist. Die effektiven Fahrkosten fr die Nutzung des privaten Fahrzeugs sind mit entsprechenden Belegen (Serviceheft des Fahrzeugs, Tankbelege, etc.) nachzuweisen. Kann die Benutzung ffentlicher Verkehrsmittel zugemutet werden, drfen nur die Kosten abgezogen werden, die fr die Benut- zung der ffentlichen Verkehrsmittel anfallen wrden.

 

5.2.2    Auswrtige Verpflegung

Pauschal knnen CHF 6 400 pro Jahr fr auswrtige Ver- pflegung gemss Berufskostenverordnung (SR 642.118.1) abgezogen werden. Bei Mglichkeit der Kantinenver- pflegung wird der Abzug auf CHF 4 800 reduziert.

 

5.2.3    Kosten der Unterkunft

Als notwendige Mehrkosten fr die Unterkunft abziehbar sind die ortsblichen Auslagen fr ein Zimmer, ein Studio oder eine Einzimmerwohnung (Bruttowohnungsmiete inkl. Neben- kosten). Der Nachweis muss mittels Mietvertrag erbracht werden.

 

5.2.4    brige Berufskosten

brige Berufskosten sind Auslagen, die fr die Berufsaus- bung erforderlich sind. Dieser Abzug betrgt pauschal 3 % des Nettolohnes, mindestens CHF 2 000 bzw. maxi- mal CHF 4 000 pro Jahr gemss Berufskostenverordnung (SR 642.118.1).


 

 


5.2.5    Weiterbildungskosten

Abziehbar sind Weiterbildungskosten, die im direkten Zusam- menhang mit der in der Schweiz aktuell ausgebten Erwerbs- ttigkeit stehen und durch den Arbeitnehmer selbst getragen wurden. Die Kosten knnen nur im Jahr der Bezahlung gel- tend gemacht werden. Der Nachweis ist zu erbringen, dass die Kosten nicht vom Arbeitgeber bernommen wurden.


5.2.6    Weitere Abzge

Abziehbar sind freiwillige Einkaufsleistungen in die gebun- dene (Sule 3a) bzw. berufliche Vorsorge (2. Sule) gemss den Belegen der Vorsorgeeinrichtungen.

 

Bei einer unselbststndigen Nebenerwerbsttigkeit knnen Auslagen fr den Nebenerwerb im Umfang einer Pauschale von 20 % des gesamten mit Lohnausweisen belegten Nebener werbseinkommens geltend gemacht werden, mindestens CHF 800, jedoch hchstens CHF 2 400.


 

 

Beispiel 1

Hans Muster lebt mit seiner Ehefrau und den gemeinsamen Kindern in Stuttgart und hat gemss Ansssigkeitsbescheinigung seinen Wohnsitz bzw. seine Ansssigkeit in Deutschland. Er arbeitete im ganzen Jahr 2011 ausschliesslich bei einem Arbeitgeber in der Stadt Bern. Aus dieser unselbststndigen Erwerbsttigkeit bezieht Hans Muster einen Bruttolohn von CHF 120 000 (Nettolohn gemss Lohnausweis: CHF 105 000). Zwecks Wochenaufenthalts hat er in Bmpliz ein Zimmer fr CHF 800 gemietet, wo er unter der Woche wohnt.

Herr Muster nutzt das Fahrrad fr die Fahrt zwischen seinem Wochenaufenthaltsort und seinem Arbeitsplatz. An den Wochenenden kehrt er regelmssig zu seiner Familie zurck. Hierfr fhrt er ausschliesslich mit der Bahn. Im gesamten Jahr entstehen somit Kosten von CHF 5 200. Er hat vor dem 31. Mrz 2012 einen Antrag auf Tarifkorrektur fr die Steuerperiode 2011 sowie die brigen unter Ziffer 2 genannten Unterlagen bei der zustndigen Behrde eingereicht. Dabei hat er weder einen Einkauf fr eine Vorsorge- einrichtung noch eine allfllige Weiterbildung geltend gemacht bzw. mittels Beleg nachweisen knnen.

 

Aufgrund dieses Sachverhalts werden Hans Muster folgende Abzge gewhrt:

 

 

1. Mietkosten

CHF        9 600

 

2. Fahrkosten vom ausl. Wohnsitz Wochenaufenthaltsort

CHF       5 200

 

3. Fahrkosten Wochenaufenthalt Arbeitssttte

CHF           700

 

4. Mehrkosten Verpflegung

CHF       6 400

 

5. brige Berufskosten

CHF        3 150

 

6. Einkauf Sule 3a bzw. 2. Sule

CHF              0

 

7.  Weiterbildungskosten

CHF              0

 

8. Aufrechnung des bereits im Quellensteuertarif bercksichtigten Berufskostenabzugs

+ CHF     7 200

 

Total Abzge pro Jahr aufgrund internationalem Wochenaufenthalt

CHF 17 850

 

 

Beispiel 2

Hans Muster hat im Mrz 2011 eine neue Stelle in Bern begonnen. Zwecks Wochenaufenthalts bewohnt er ab Mrz eine neu sanierte 3 Zimmerwohnung im Breitenrainquartier in der Stadt Bern mit einer Miete (inkl. Nebenkosten) von CHF 1950 pro Monat. In dieser Zeit hat er einen AHV-pflichtigen Bruttolohn von CHF 100 000 erhalten (Nettolohn gemss Lohnausweis: CHF 87 000).

Herr Muster nutzt das Fahrrad fr die Fahrt zwischen seinem Wochenaufenthaltsort und seinem Arbeitsplatz. An den Wochenenden kehrt er regelmssig zu seiner Familie zurck. Hierfr fhrt er ausschliesslich mit der Bahn. Im gesamten Jahr entstehen ihm somit Kosten von CHF 4 300.

Um sich in seinem aktuell ausgebten Beruf weiterhin behaupten zu knnen, hat Hans Muster whrend seinem Aufenthalt in Bern zustzlich eine Weiterbildung besucht, deren Kosten CHF 1500 betragen haben. Er konnte mittels eingereichten Belegen nachweisen, dass er die Kosten selber getragen hat, da diese nicht vom Arbeitgeber bernommen wurden. Er hat vor dem 31. Mrz 2012

einen Antrag auf Tarifkorrektur fr die Steuerperiode 2011 sowie die brigen unter Ziffer 2 genannten Unterlagen bei der zustndigen Behrde eingereicht. Im brigen liegt eine auf Hans Muster ausgestellte Bescheinigung einer Einzahlung in eine anerkannte

Sule 3a in der Hhe von CHF 2 200 bei.

 

Hans Muster kann folgende Abzge geltend machen:

 

 

1. Mietkosten (ortsblich fr ein Zimmer CHF 1200 pro Monat)

CHF  12 000

 

2. Fahrkosten vom ausl. Wohnsitz Wochenaufenthaltsort

CHF       4 300

 

3. Fahrkosten Wochenaufenthalt Arbeitssttte

CHF           583

 

4. Mehrkosten Verpflegung

CHF       5 333

 

5. brige Berufskosten

CHF        2 175

 

6. Einkauf Sule 3a bzw. 2. Sule

CHF       2 200

 

7.  Weiterbildungskosten

CHF       1 500

 

8. Aufrechnung des bereits im Quellensteuertarif bercksichtigten Berufskostenabzugs

+ CHF     6 000

 

Total Abzge pro Jahr aufgrund internationalem Wochenaufenthalt

CHF 22 091

 

 

Steuerverwaltung des Kantons Bern Bereich Quellensteuer

Brnnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern

Telefon 031 633 60 01, Fax 031 633 69 69

info.qst@fin.be.ch,  www.be.ch/steuern

 

 

eingetragener Verein Grenzgnger INFO e.V., gegrndet 1991, Vereinsregister des Amtsgerichts Lrrach, VR Nr. 1221 

eingetragener Verein Aufenthalter  INFO e.V., gegrndet 2000, Vereinsregister des Amtsgerichts Lrrach, VR Nr. 1562